Tropicale Amissa Bongo. Der erste Tag.

Afrika ist nicht Australien. Das wird André Greipel sicherlich schon am ersten Tag der Rundfahrt gemerkt haben. Die Infrastruktur ist anders und auch die Gesundheitsrisiken müssen einkalkuliert werden. Eine Schwere Verletzung durch einen Sturz kann schlimme Folgen haben. Auch Krankheiten wie Malaria müssen eingeplant werden. Das Tropeninstitut spricht von einem hohen Infektionsrisiko während des ganzen Jahres. Habe mal Nikodemus Holler vom Team Bike Aid gesprochen. Der sagte mir, das die Radsportler wegen der Nebenwirkungen und der Leistungsminderung durch die Malaria Prophylaxe in der Regel darauf verzichten. Man müsse halt vorsichtig sein. Andererseits genügt ein Stich für eine Infektion mit der Krankheit.

c twitter la tropicale amssia Bongo

Daneben gibt es natürlich auch ein Sicherheitsrisiko. Das Auswärtige Amt spricht von einem Überfall am 9.1.2019 von Soldaten auf einen Radiosender in Libreville. Es kam zu Schießereien. Die Lage soll sich beruhigt haben. Auch gehe das Internet noch nicht wieder. Soweit es die Tropicale Amissa Bongo betrifft, stimmt das aber nicht. Sie können sich selbst überzeugen.

Das sind die Schwierigkeiten. Man darf Afrika nicht mit europäischen Maßstäben messen. Wenn man aber bedenkt, wie begeistert die Menschen in diesem Land auf die Rundfahrt reagieren und auch das ganze Flair einatmet, dann ist die Tropicale schon was ganz Aufregendes. Und außerdem, das reiche und gut organisierte Deutschland hat keine 7 tägige Landes Rundfahrt. Das darf man nie vergessen.

Die heutige erste Etappe der Tropicale Amissa Bongo führt über 100 km von Bongoville nach Moanda. In Moanda sollte es einen Schlussanstieg geben. Der ist 2,7 km lang und hat im Durchschnitt 5,5 Prozent Steigung. Das wäre also nichts für die Sprinter.

Da hätte es schon sein können, dass die Gesamtwertung direkt am ersten Tag festzementiert wird. Die restlichen Etappen sind eher flach. Nun gab es dann aber eine Änderung. Und die Etappe in Moanda endet leicht ansteigend. Aber der Mörderbacken ist weg. Da könnte Greipel gleich heute mal einen richtig harten Arbeitstag haben.

Direkt nach dem Start versuchten sich einige Fahrer abzusetzen. Schließlich gelang drei Afrikanern die Flucht. Der Vorsprung stieg schnell auf 2 Minuten an.

In Afrika ist es nicht gar so heiß wie in Australien. Läppische 32 Grad umhüllen die Fahrer. 30 km vor dem Ende nimmt man im Peloton die Fahrt auf. Wegen des geänderten Profils rechnen sich die Sprinter doch Chancen aus. Die drei Ausreißer haben nur noch eine Minute und 30 Sekunden in der Vorderhand. Das sollte jetzt schnell weniger werden.

So sieht jetzt der letzte Kilometer aus. Das sollte für André Greipel machbar sein.

Kommen wir vor dem Finale noch mal zum Preisgeld. Sichert interessiert, was die Fahrer so bei der Tropicale Amissa Bongo verdienen werden.

Insgesamt sind es über 150000 Euro, die dort ausgezahlt werden. Jedenfalls hoffen wir das mal.

18 km vor dem Ende werden die drei Ausreißer eingeholt. Dann kommt es zum Showdown von Moango. André Greipel wird Dritter. Und wird denken, so ein Mist. Nicht, weil er nicht gewonnen hat. Sondern, weil die Konkurrenz vor ihm liegt. Und die Konkurrenz heißt nun mal in diesem Frühjahr Direct Energie und Vital Concept. Erster der heutigen Etappe wurde Niccolo Bonifazio von Direct Energie und Zweiter Lorenzo Martin von Vital Concept. Jetzt weiß Greipel, was gebacken ist, wenn in Frankreich in der zweiten Liga um die Tourteilnahme gespurtet wird.

Das hätte nicht schlechter kommen können.
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